Beratungsformate bergen das Risiko von Begriffsverwirrung. Dies- oder jenseits der Begriffe ist die Frage nach dem passenden Format aber jedenfalls klärungsbedürftig: Coaching oder Supervision?

Coaching

Sie haben eine Frage, die vor allem den Umgang mit einer konkreten Situation betrifft, möchten Handlungsoptionen vergleichen und entwickeln, Ressourcen für die aus Ihrer Sicht sinnvolle Vorgehensweise greifbar machen und situationsbezogen einsetzen.

Sie sehen bei sich selbst, bei einzelnen Mitarbeitenden oder in Ihren Teams Entwicklungspotential und möchten dieses zur Entfaltung bringen. 

 

Ich definiere zusammen mit Ihnen (und den betroffenen Mitarbeitenden) den genauen Auftrag, der uns als verbindlicher Rahmen für die Zusammenarbeit und die Überprüfung der Qualität dieser Zusammenarbeit dient. 

 

Ich agiere in dieser Zusammenarbeit als Verantwortliche für die Rahmenbedingungen einer entwicklungs- und handlungsorientierten Reflexion.

 

Den Einsatz von bestimmten Techniken oder Werkzeugen handhabe ich situations- und klient*innenbezogen. 

 

Supervision

Sie haben eine Frage, die einen vielschichtigen Themenkomplex betrifft und denken, dass zunächst Klärung erforderlich ist: z. B. über wichtigere und unwichtigere, offensichtliche und aktuell unsichtbare oder kurz- und längerfristig bearbeitbare Aspekte, Betroffene und Beteiligte, Anliegen und Ziele und deren Verhältnis zueinander. Sie wollen Veränderungen anstoßen und nachhaltig umsetzen. Sie denken, dass es wahrscheinlich keine einfachen Lösungen gibt, die für alle gut sind. Sie denken, dass gemeinsames Nachdenken einen Beitrag zum Vermeiden von Automatismen oder zur Klärung von Konflikten leisten kann.

 

Ich vereinbare mit Ihnen oder gegebenenfalls im Dreieck mit Ihrem Team einen Rahmen für die Zusammenarbeit (Bedingungen, Anliegen, Vorgehensweise, Verantwortlichkeiten), der es erlaubt, der Komplexität gerecht zu werden, ohne den Bezug zu den angestrebten Wirkungen zu verlieren.

 

Ich sehe meine Aufgabe in dieser Zusammenarbeit darin, Ihrer eigenen Reflexion alternative Möglichkeiten zu eröffnen, das gemeinsame »Arbeitsfeld« für Unvorhergesehenes offen zu erhalten und dennoch den Rahmenvertrag nicht aus dem Blick zu verlieren.

  

Den Einsatz von bestimmten Techniken oder Werkzeugen handhabe ich situations- und klient*innenbezogen. 

Methoden / Techniken

Forschungsergebnisse zeigen, dass die Wirkung von Beratung mehr mit der Beziehungsgestaltung als mit bestimmten methodischen Ansätzen zusammenhängt.

Kriterien für die Methodenwahl und für die Evaluation von Wirksamkeit ergeben sich daher aus dem formulierten Grundverständnis:

 

Methoden sollen eine kooperative Interaktion etablieren und Sie zu Ihrer Eigenaktivität und Selbstverantwortung einladen. Sie sollen zudem eine regelmäßige Evaluation des Prozesses ermöglichen, um die aktuelle Bedeutung der Fragestellung sowie Art und Bereich der Wirkungen zu überprüfen.

 

Das Gespräch ist eine grundlegende Methode, weil Sprache ein wesentliches Reflexions- aber auch Führungsinstrument und eine entscheidende Einflussgröße auf Selbstverständnis und Situationsbezug ist.

Der Einsatz eines breiten Spektrums von Fragen dient dem analytisch-differenzierenden Anspruch der Reflexionsarbeit.

Unterschiedliche Arten von Visualisierungen, die von den Coachees mitbearbeitet werden, sind Formen der Kooperation und ermöglichen es, Reflexionsstränge je nach Bedarf temporär beiseite zu legen,

wiederaufzunehmen oder in neue Zusammenhänge zu bringen.

Fallanalysen dienen der konkreten Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten.

Rollenspiele erlauben die Auslotung von Kommunikations- Verhaltens- und Handlungsspielräumen.

Schließlich kann die Auseinandersetzung mit Bildern, Texten oder theoretischen Modellen ein weiterer Anstoß für die Situationsanalyse sein.