Beratungsverständnis

Das Denken und Handeln von Personen in spezifischen Rollen und Funktionen ist durch Situationsvariabeln mitbeeinflusst.

 

Gegenstand von Supervision / Coaching sind daher Fragestellungen, die sich in Konstellationen von persönlichen, rollenspezifischen, organisations- und kontextbezogenen, aber auch sprachlichen Aspekten formieren, aber auch transformieren.

 

Die Wirkung von Beratung ist entsprechend vielfältig und nicht notwendigerweise vorhersehbar: von der Reformulierung einer Fragestellung über die veränderte Wahrnehmung von Handlungsspielräumen oder Situationsmerkmalen über die Entscheidungsfindung hin zu konkreten Veränderungen im Denken und Handeln.

 

Beratung ist die gleichermaßen »forschende« Kooperation von Klient*in und Beraterin mit dem Ziel, eine der Fragestellung trotz dieser Offenheit angemessene Wirkung zu erreichen.

 

Ich garantiere die Expertise bezüglich der methodisch-formalen Rahmung und Strukturierung des Beratungsprozesses, die gegenstandsbezogene Expertise bringen dagegen Sie in den Prozess ein.

 

Die Verantwortung dafür, welche Konsequenzen für die Fragestellung aus einem Beratungsprozess gezogen werden, liegt bei Ihnen.

 

Mein Beratungsverständnis bewegt sich an der Schnittstelle verschiedener theoretischer Zugänge:

 

Aus der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nehme ich die Überzeugung, dass die Reflexion von Situationen und Prozessen individuelle Faktoren, Aspekte von Interaktion, Rollen- bzw. Funktionsvariabeln und den jeweils relevanten Kontext sowie deren »dynamische Balance« zu berücksichtigen hat. In Anlehnung an die Bedeutung der Themenformulierung in der TZI gehe ich davon aus, dass die Formulierung einer adäquaten Fragestellung entscheidend für den Erfolg eines Beratungsprozesses ist.

 

Der systemische Ansatz bietet die theoretische Rahmung für ein Vorgehen, das auf die Situierung, Analyse und Transformation von Fragestellungen setzt, um Veränderungs- und Entscheidungsprozesse zu gestalten oder um die Spielräume für Denken und Handeln zu erweitern.

 

Die Psychoanalyse dient in diesem Zusammenhang als theoretisches »Regulativ«: nicht alle situations- oder verhaltensrelevanten Wirkfaktoren sind dem Bewusstsein zugänglich. Dafür gilt es bei der Gestaltung von Reflexionsprozessen eine prinzipielle Offenheit zu bewahren, auch wenn vollständige Bewusstmachung von ausgeblendeten Faktoren nicht das Ziel der Beratung ist. Aus der Psychoanalyse stammt auch der Übertragungsbegriff : Er erlaubt, Analogien der Beratungs-Interaktion mit der Interaktion am Arbeitsplatz zu konzeptualisieren und bearbeitbar zu machen.


Welches Format und welches methodisch-technische Vorgehen für die Bearbeitung Ihrer Frage sinnvoll ist, kläre ich gern mit Ihnen gemeinsam.